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lecture: Zehn Jahre ein eigener Mailserver

Anfangs fand ich es ja nur geil, meinen Nachnamen als tld in der eMail Adresse zu haben

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Ein Kumpel und ich betreiben seit über zehn Jahren einen privaten Mailserver, für zwischen zehn und dreißig Einzeladressen. Der Vortrag soll darlegen, wie man das macht, warum das die vernünftigste Art ist, mit Email zu arbeiten, was einem dabei alles widerfahren kann, und wie man sich – im Nachhinein gesehen – vor den dümmsten Fehlern schützt. Mit praktischen Anleitungen und Beispielen, zum selber nachmachen.

Ganz zu Anfang fanden wir es ja nur geil, den eigenen Nachnamen als TLD in der Email-Adresse zu haben. Anfangs hatte zumindest ich noch meine Domain bei Silver Server gehosted, die auch meine Mailboxen verwalteten. Der Service war schweinisch teuer und funktionierte eigentlich mehr schlecht als recht, also beschlossen wir, einen eigenen SMTP und (zu Anfang einmal) einen POP3 Server aufzusetzen.

Heute laufen unsere Babies sauber, mit Spam Assassin und SSH, Webmail und IMAP, aber der Weg dort hin war nicht immer einfach. Wir fingen uns einen Root Kit ein und gerieten auf uns unbekannte Blacklists (was zum Beispiel dazu fĂĽhrte, dass sich die Telekom weigerte, von unserem server ausgehende mails zu routen), wir hatten rollende Angriffe (von nach unseren Recherchen IP Adressen aus China) und wussten eine Zeit lang nicht, wie wir uns all des Spams erwehren sollten, der in unsere Inboxen schwappte.

Heute läuft unser Dienst klaglos und zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten.

Mögliche Punkte (work in progress)

• Bewusstsein dafür schaffen, was Mail Services können (und was sie nicht können)

• Wie kommt man zur benötigten Hard- und Software, auch als Laie, wie mietet man einen webspace, was muss man beachten

• Einen Mailserver gut zu betreuen ist Arbeit, die will auch bezahlt werden. Das kann man selber machen, oder man kann einen bezahlten Dienst nutzen. Beides sind erschwingliche, realistische Möglichkeiten, auf die wir im Detail eingehen

• Wer Gratis-Mailserver benutzt, zahlt mit seinen Daten, oder bekommt einen unbetreuten Server, oder beides. Kann alles höchst unerfreuliche Konsequenzen haben, weshalb von "gratis"-Mailservern abzuraten ist.

• Zusätzlicher Nutzen für Netzaktivisten und privacy nerds: Auf einem eigenen Mailserver lässt sich Verschlüsselung sauber & problemlos installieren & administrieren, ausserdem kann man wenigstens feststellen, wenn die NSA versucht hat mitzulesen, und im Zweifelsfall kann man meinen ISP nicht zwingen, Daten herauszugeben, die er gar nicht hat (z.B. Kopien meiner Mails vom IMAP Server).

Selbstverständlich kommen ausschließlich Open Source Programme zum Einsatz.

Info

Day: 2016-10-27
Start time: 11:00
Duration: 01:00
Room: Volkskundemuseum
Track: Digital Life
Language: de

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